NV / NIGHT VATER / VIENNA

V°T Volkstheater

NV / NIGHT VATER / VIENNA

Premiere: Samstag, 03.09.2022 | 19:30 Uhr

von und mit Paul McCarthy und Lilith Stangenberg,

kuratiert von Henning Nass

4. September 2022 | 18 Uhr

6. + 7. September 2022 | 19:30 Uhr

3. – 7. September 2022

3 Std.30 Min.

ab 18 Jahre / in englischer Sprache

Arthur-Schnitzler-Platz 1, 1070 Wien

https://www.volkstheater.at/produktion/1333032/nv-night-vater-vienna/1333119

Lilith Stangenberg, Paul McCarthy
© © Paul McCarthy. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo: Ryan Chin

„Auch ich weiß manchmal nicht, was meine Werke bedeuten sollen. Aber genau dazu ist Kunst ja da. Es gibt sie einfach, und man muss damit klarkommen.“ Paul McCarthy

Gemeinsam mit der Schauspielerin Lilith Stangenberg ist der Ausnahmekünstler McCarthy mit zwei Performance-Installationen in Wien und Hamburg zu Gast

Seit 2017 arbeiten der US-amerikanische Künstler Paul McCarthy und sein Sohn Damon am Projekt NV / NIGHT VATER – ausgehend vom berühmt-berüchtigten, in Wien gedrehten Film THE NIGHT PORTER (1974) der italienischen Regisseurin Liliana Cavani. Der Film thematisiert die sadomasochistische Beziehung des ehemaligen SS-Offiziers Max mit seinem ehemaligen Opfer Lucia, einer ehemaligen KZ-Insassin. Max tauchte nach dem Krieg unter und arbeitet als Nachtportier in einem Wiener Hotel. Dort begegnen er und Lucia sich zufällig wieder – und sie sind sich immer noch verfallen, so dass ihr Verhältnis neu auflebt.

Der Film wie auch McCarthys Projekt greifen die Überschneidungen von Sex und Macht, die Wiederkehr des Verdrängten, den Vaterkomplex in der Politik und die anhaltende Anziehungskraft des Faschismus als Ideologie und Ästhetik auf – eine Adaption als Neuinszenierung politischer Landschaften. NV / NIGHT VATER wurde in einem labyrinthartigen Set gedreht, das eine Reihe von Räumen umfasst – darunter Nachbildungen von Sets des Originalfilms sowie Flure und Zimmer eines Marriott-Hotels in direkter Nachbarschaft des Filmstudios in Pasadena.

© Paul McCarthy. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo: Ryan Chin

McCarthy spielt Max, einen alternden Hollywood-Produzenten, der von Faschismus und Kontrolle besessen ist. Lilith Stangenberg spielt eine junge Schauspielerin, die nach Los Angeles kommt, um für einen Film vorzusprechen, der von Max gedreht wird. Diese Handlung ist das Grundgerüst – der Ausgangspunkt, von dem in ein sadomasochistisches Reich der psychologischen Ausgrenzung eingedrungen wird.

Nach Abschluss der Dreharbeiten beschlossen McCarthy und Stangenberg, das Thema weiter zu vertiefen. Das Wiener Publikum wird heuer die seltene Gelegenheit haben, einer Performance von McCarthy in Form von öffentlichen Dreharbeiten beizuwohnen. Über vier Tage hinweg werden sowohl improvisierte, als auch im Skript fixierte Aktionen eine geschlossene Erzählung bilden, wobei jeder Tag eine andere Episode darstellt.

NV / NIGHT VATER verstrickt in einen Prozess des Sammelns von Bildern, des Betrachtens und Diskutierens von Filmen, des Schreibens und Zeichnens in den Performances mit Lilith Stangenberg. Kunst also als Prozess eines ewigen Kreislaufes. Alle entstehenden Bilder scheinen als der einzige Zweck und einziges Ergebnis des Projekts, aber sie sind letztendlich nur Teil eines Puzzles, welches ein tiefer führendes Labyrinth durch die Aktion, die Aufführung, die Performance ist.

© Paul McCarthy. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo: Ryan Chin

Paul McCarthy (geb. 1945) zählt zu den einflussreichsten und bedeutendsten Künstlern seiner Generation und ist für seine multidisziplinären Werke bekannt. McCarthy hat mit seiner scharfen Sozialkritik und seinen experimentellen Arbeiten seit Ende der 1960er Jahre Empörung, Proteste und Debatten ausgelöst. Er fordert sowohl seine eigenen Grenzen, als auch die des Publikums heraus und lädt uns ein, das scheinbar Gewöhnliche mit neuen Augen zu sehen und zu entdecken, wie illusorisch und relativ unsere Vorstellung von Realität ist. In seiner Kunst geht es um das Scheitern – das Scheitern der Kommunikation, das Scheitern, aus der Vergangenheit zu lernen, das Scheitern des Menschseins – und das ist wohl einer der Gründe, warum sein Werk einen solchen Bestand hatte und weiterhin haben wird.

in Zusammenarbeit mit Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Die Aufführungen sind für Besucher*innen unter 18 Jahren nicht zugänglich

© Paul McCarthy. Courtesy the artist and Hauser & Wirth. Photo: Ryan Chin

Es gilt freie Platzwahl.
Der Saal kann während der Performance jederzeit verlassen und wieder betreten werden. Nacheinlass ist dadurch ebenso möglich.
Sollten für die Vorstellung am selben Tag noch Karten verfügbar sein, ist die Abendkassa im Foyer bis 21:30 Uhr geöffnet.

Mit Ihrem Ticket erhalten Sie für jede weitere Vorstellung von NV / NIGHT VATER / VIENNA an Folgetagen Tickets um EUR 10, – / ermäßigt EUR 5, –. Erhältlich im Kartenservice und an der Abendkassa unter Vorlage der ersten Eintrittskarte.

KARTENSERVICE +43 1 52 111-400

Öffnungszeiten Mo–Sa 12:00–19:30 Uhr

ausgen. Feiertage

kartenservice@volkstheater.at

McCarthy: „Der Titel »A&E« ist eine Abkürzung für Adolf und Eva, wie auch für Adam und Eva, zwei kulturelle Klischee-Polaritäten. A&E kann auch für Arts & Entertainment stehen. Alle drei Bezeichnungen fungieren als menschliche, kulturelle Signifikanten.“

Deutschen SchauSpielHaus Hamburg

A&E / ADOLF & EVA / ADAM & EVE / HAMBURG

Premiere: 24. August 2022 | 19 Uhr

von und mit Paul McCarthy und Lilith Stangenberg

ab 18 Jahre / in englischer Sprache

Weitere Termine:

25., 26., 27. August, 19 Uhr / 28. August, 18 Uhr

24. – 28. August 2022

Kirchenallee 39, 20099 Hamburg

Karten Deutschen SchausSpielHaus

https://www.schauspielhaus.de/de_DE/stuecke/paul-mccarthy.1325664

Das Hamburger Publikum wird die seltene Gelegenheit haben, einer Performance von McCarthy und Stangenberg in Form von öffentlichen Dreharbeiten beizuwohnen, wobei jeder Tag eine andere Episode darstellen wird. So können die Zuschauer*innen alle Tage nacheinander besuchen und immer etwas anderes erleben oder sich nur der Entwicklung eines einzelnen Tages hingeben. Es werden sowohl improvisierte, als auch im Skript fixierte Aktionen eine geschlossene Erzählung bilden. Kunst als Prozess eines ewigen Kreislaufes: „… als Deutsche habe ich das Gefühl, dass es meine Verantwortung ist, immer und immer wieder Eva Braun zu spielen. Es ist sehr wichtig, sich mit solchen Figuren zu konfrontieren. Ich sehe sie wie Spielzeugfiguren. Es ist gut, sie zu verbrauchen, sie abzunutzen und sie nicht zu konservieren, denn dann kommen sie irgendwann wieder“, so Stangenberg. „Natürlich sind diese Themen düster, und es kann auch sein, dass die Bilder für einige Leute zu schockierend sind. Aber ich sehe sie als komplex und tiefgründig an.“

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