handWERK

makne

MAK-Ausstellungshalle
Pressekonferenz:
Dienstag, 13. Dezember 2016 | 10:30 Uhr
Eröffnung:
Dienstag, 13. Dezember 2016 | 19 Uhr
Zur Ausstellung
Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor, MAK
Tina Zickler, Gastkuratorin
Rainald Franz, Kurator und Kustode MAK-Sammlung
Glas und Keramik
Grußwort
Ulrike Rabmer-Koller, Präsidentin, Europäischer Handwerks-
und KMU-Verband UEAPME
Maria Smodics-Neumann, Spartenobfrau,
Gewerbe und Handwerk, Wirtschaftskammer Wien
Eröffnung
Thomas Drozda, Bundesminister für Kunst und Kultur,
Verfassung und Medien
Es singt der Männergesangsverein der Wiener Fleischer.
Ausstellung: 14. Dezember 2016 – 9. April 2017
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
http://www.mak.at/

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Matthias Kaiser bei der Arbeit, © Lisa Edi

Mit der Ausstellung handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt stößt das MAK eine Reflexion zur Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks als wesentlicher Bestandteil der materiellen Kultur und der kulturellen Identität an. In sechs Kapiteln spannt die umfassende MAK-Schau den Bogen von der Geschichte zu aktuellen europäischen Perspektiven, beleuchtet das ressourcenschonende Potenzial des Handwerks, zeigt neue Entwicklungen an der Schnittstelle zu digitalen Technologien auf und präsentiert meisterliche Werkstücke aus verschiedenen Sparten.

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CHANEL, „Paris-Salzburg Métiers d’Art Collection, 2014/2015
© CHANEL

Aktuell fallen die Begriffe „Handwerk“ und „handmade“ in der Werbung und in Lifestyle-Medien mit inflationärer Frequenz. Das „Maker Movement“ und die Do-it-Yourself-Bewegung sind enorm erfolgreich und schaffen einen weltweiten Hype. Global agierende Luxus-Labels setzen das Handwerk gezielt als Qualitäts- und Distinktionsmerkmal ein. Demgegenüber steht die Realität lokal agierender HandwerkerInnen, die um Anerkennung und eine gerechte Bezahlung kämpfen.

Das einleitende Ausstellungkapitel „Geschichte & Gegenwart“ widmet sich verschiedenen Aspekten rund ums Handwerk, dessen Status immer wieder zwischen hohem und geringem Ansehen wechselte. Von Hephaistos, dem Gott der Schmiede, über die Enzyklopädie von Denis Diderot (erschienen zwischen 1751 und 1772) bis hin zum Chanel-Outfit der Metiers d’Art Collection 2014/15 illustrieren die Exponate diskursiv die gesellschaftliche Anerkennung des Handwerks über die Jahrhunderte.

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Möbelmanufaktur Heinz Baumann, Highboard Pezzo, 2013
Räuchereiche © Stefan Rohner

Schon Diderot veröffentlichte eine wortgewaltige Verteidigung des Handwerks in der Encyclopédie: „Der Dichter, der Philosoph, der Redner, der Minister, der Krieger, der Held liefen nackt herum und hätten kein Brot, wenn nicht jener Handwerker wäre, den sie zum Gegenstand ihrer schrecklichen Verachtung machten“. Historische Zunftgegenstände und persönliche Objekte der Habsburger belegen später eine außerordentliche Wertschätzung des Handwerks bis ins 20. Jahrhundert. Auch den Neuinterpretationen des Verhältnisses von HandwerkerInnen und EntwerferInnen durch zentrale Bewegungen wie Arts & Crafts, Wiener Werkstätte, Werkbund und Bauhaus als Reaktion auf die fundamentale Krise des Handwerks in Folge der industriellen Revolution widmet sich dieses Kapitel.

MAK Sammlungsobjekt

Denis Diderot, Jean-Baptiste Le Rond d’Alembert, Verrerie en bois aus Recueil de planches, sur les sciences, les arts libéraux, et les arts méchaniques, avec leur explication, Tome X, Paris, 1772. Kupferstich © MAK/Georg Mayer

Unter dem Titel „Perspektiven“ präsentiert das zweite Kapitel der Ausstellung europäische Initiativen und Institutionen, die neue Möglichkeiten im Dialog zwischen Handwerk und Design und in den Bereichen Ausbildung und Marketing eröffnen. Vorgestellt werden unter anderem das Crafts Council, das sich der Förderung des britischen Kunsthandwerks weltweit widmet, der Werkraum Bregenzerwald in Österreich mit dem Wettbewerb „Handwerk + Form 2015“ sowie die Compagnons du Devoir aus Frankreich, deren Ausbildungssystem Elemente der Walz beinhaltet und deren AbsolventInnen 45 Länder weltweit offen stehen. Die in Deutschland und der Schweiz beheimateten Akademien für Gestaltung widmen sich intensiv und erfolgreich der gestalterischen Weiterbildung junger HandwerkerInnen.

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Jochen Holz, LampenglasNeon, 2016. Borosilikatglas und Argon
© Sylvain Deleu

Mannigfaltige Materialproben und 99 Werkzeuge zeigt das Kapitel „Material & Werkzeug“. Die einzigartigen Werkzeuge, darunter Strickeisen, Schusterahle, Zuckerscheren, Wetzeisen, Hack- und Winzermesser, Teigräder, Zwickzangen und Goldschmiedehämmer, größtenteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert, stammen aus der 1930 vom MAK erworbenen Sammlung Albert Figdor. Eine begehbare Installation bietet den BesucherInnen die Möglichkeit, unterschiedliche Proben natürlicher Materialien wie Stoffe, Leder, Holz, Metall und Keramik anzufassen und haptisch zu erfahren.

In einer „Live-Werkstatt“, dem vierten Kapitel der Ausstellung, zeigen insgesamt 20 HandwerkerInnen vor Publikum täglich ihr Können. Abgedeckt wird ein breites Spektrum an Disziplinen: von SchusterInnen, TapeziererInnen, HutmacherInnen, WeberInnen, TischlerInnen und Keramikern über einen Geigenbauer und einen Kunstspengler bis hin zu einer Dirndlschneiderin. Der Zeitplan der Live-Präsentationen wird in der Ausstellung und unter MAK.at einsehbar sein.

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MEIER BRUECHER Paris, Handschuhe Santa Fé, 2002. Hirsch-Velours mit aufgestickten Türkisen  © Patrick Meier

Das fünfte Kapitel der Ausstellung „Qualität & Exzellenz“ stellt historische Objekte der MAK-Sammlung aktuellen handwerklichen Produkten aus 18 europäischen Ländern gegenüber. Gezeigt werden insgesamt 160 Exponate – Möbel, Tapeten, Fliesen, Teppiche, Bekleidung, Hüte, Handschuhe, Gläser, Besteck und Geschirr – von 50 HandwerkerInnen, darunter viele preisgekrönte MeisterInnen.

Dem bedeutenden Faktor „Nachhaltigkeit“ widmet sich das abschließende Kapitel der Ausstellung. Hier werden die Themenfelder „Produktbiografien“, „Erbstücke“ und „Reparieren“ vorgestellt. Um die BesucherInnen als KonsumentInnen für die Biografie von Produkten zu sensibilisieren, werden fünf handwerklich gefertigte Wiener Produkte präsentiert und alle damit verbundenen Informationen zu Material und Herstellung offengelegt. Dazu gehören Eheringe aus fairem Gold aus der Werkstatt Alexander Skrein und die Porzellanserie RAW, die von Sandra Heischberger aus recycelter Porzellanmasse hergestellt wird.

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Lizan Freijsen, TeppichKing’s robe, 2013. Wolle
© Tsur Resef

Flankierend dazu geben MAK-Mitarbeiterinnen Einblick in persönliche, alte Erbstücke, die sie noch immer mit Freude nutzen. Zwei Filme, die mit Hilfe der Handwerker Bernhard Gritsch und Peter Fröch entstanden sind, zeigen dem Publikum, wie historische Verputze und Holzfenster fachgerecht und nachhaltig restauriert werden können. Ergänzt wird dieses Kapitel durch ein Forschungs-Lab der Wirtschaftsuniversität Wien, das unter Federführung von Prof. Martin Schreier mit Hilfe der BesucherInnen Effekte rund ums Handwerk in Bezug auf das Kaufverhalten erforscht, d.h. auch hier sind die BesucherInnen zum Mitmachen eingeladen. Ein Video-Interview mit dem Soziologen Richard Sennett, dessen BuchThe Craftsman (New Haven 2008) wichtige Impulse für die Ausstellung lieferte, beschließt die Präsentation.

Fotowettbewerb
AUF SPURENSUCHE: HANDWERK IN WIEN
MAK-Säulenhalle
handWERK
Tradiertes Können in der digitalen Welt
ab 1. Oktober – Einsendeschluss: 6. November 2016
1 Foto pro Person, max. 2 MB.
Einsendeschluss: 6. November 2016.
Wir bitten um Angabe des Ortes, an dem das
Foto aufgenommen wurde.

 

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Im Vorfeld zur Ausstellung handWERK.
Tradiertes Können in der digitalen Welt lädt das MAK
ab 1. Oktober 2016 zu einem Fotowettbewerb. (Hobby-) FotografInnen sind eingeladen, sich auf die Spuren von Handwerk im Wiener Stadtbild zu begeben: Unzählige Skulpturen, Symbole, Hauszeichen oder Straßennamen dokumentieren, wie tief das Handwerk in der Stadt verwurzelt ist.
Die Jury um Christoph Thun-Hohenstein, Mirjam Angerer-Geier, Matthias Koslick, Lisa Rastl und Tina Zickler kürt die besten
20 Einreichungen.
Diese Fotos werden in einer speziellen Präsentation im
1. Stock der MAK-Säulenhalle zeitgleich zur Ausstellung handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt gezeigt.Einsendeschluss ist der 6. November 2016.
Einreichmodalitäten unter

 

 

1 Foto pro Person, max. 2 MB.
Einsendeschluss: 6. November 2016.
Wir bitten um Angabe des Ortes, an dem das Foto aufgenommen wurde.
Der Teilnehmer/die Teilnehmerin erklärt Fotograf/Fotografin des zur Teilnahme übermittelten Fotos zu sein und alle Rechte am eingesandten Foto an das MAK abzugeben, sodass das Foto im Rahmen des Fotowettbewerbes und danach unter Bekanntgabe des Fotografen/der Fotografin vom MAK genutzt werden darf. Dies umfasst insbesondere das Ausstellen des eingesandten Fotos im MAK, das zeitlich unbegrenzte Veröffentlichen des eingesandten Fotos auf der Website des MAK (unter Vorschau, Aktuelles, Rückblick), das Veröffentlichen auf sozialen Netzwerken (wie z. B. Facebook) sowie die Abbildung in Filmsequenzen von Videos auf Video-Plattformen im Internet (wie z. B. YouTube oder Ähnliches). Das MAK behält sich vor, einzelne oder alle der gekürten Fotos als Poster, Flyer oder Postkarten zu drucken. Angestellte des MAK und andere an der Konzeption und Umsetzung des Fotowettbewerbs beteiligte Personen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Für das Veröffentlichen von Fotos werden keine Honorare und keine Vergütung bezahlt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Marcin Rusak, Lampe Flora II, 2016. Blumen, Harz, Stahl, Lichtquelle
© Marcin Rusak Studio

Ergänzend zur Ausstellung handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welterscheint eine gleichnamige Publikation, die einem breiten Publikum ExpertInnen-Wissen zum Thema Handwerk zugänglich macht. Die Publikation umfasst Textbeiträge von Christoph Thun-Hohenstein, Tina Zickler, Rainald Franz und Elisabeth Schmuttermeier, Interviews mit den WissenschaftlerInnen und HandwerkerInnen Ludwig Kyral, Annette Prechtl, Roman Sandgruber, Martin Schreier, Richard Sennett, Akio Tanaka, Sandra Thaler, Christian Witt-Dörring und Peter Zumthor sowie eine Präsentation aller an der Ausstellung beteiligten HandwerkerInnen und Institutionen.

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