Das_entwendete_Meisterwerk

Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Das entwendete Meisterwerk

Bilder als Zeitmaschinen

Presseführung: 7. April 2022 | 11 Uhr

Eröffnung: 7. April 2022 | 19 Uhr

Kuratorin: Sabine Folie

Ausstellung: 8. April – 30. Oktober 2022

Öffnungszeiten: täglich außer Montag 10–18 Uhr

Schillerplatz 3, OG1, 1010 Wien

https://reopening.akbild.ac.at/de/ausstellungen/das-entwendete-meisterwerk-bilder-als-zeitmaschinen/

Peter Paul Rubens, Bacchische Szene: „Der träumende Silen“, ca. 1610–1612, Öl auf Leinwand © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Die Ausstellung Das entwendete Meisterwerk – Bilder als Zeitmaschinen stellt der gängigen Praxis der Schausammlung ein Modell gegenüber, das die historischen Kunstsammlungen der Akademie – Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek – mit zeitgenössischen Werken in Konversation treten lässt. Die Ausstellung schöpft aus dem Reichtum der drei Sammlungen und greift dabei nur eine Auswahl der vielen möglichen Bildprogramme, Typologien und allegorischen Formeln heraus, um sie mit anderen Werken aus anderen Zeiten lose zu verweben.

Marcello Maloberti, VIR TEMPORIS ACTI, 2018. Courtesy der Künstler und Galleria Raffaella Cortese, Milano

Die Ausstellung unternimmt einen Parcours auf Umwegen und Abzweigungen durch die Kunstgeschichte seit dem 15. Jahrhundert bis heute, wie sie sich in den Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste abbildet. Dabei beschäftigt sie sich mit den Bildtheorien des 17. Jahrhunderts, wie jener von Samuel van Hoogstraten, genauso wie mit medientheoretischen Überlegungen der Gegenwart als Folge von technologischem Wandel und dessen Niederschlag in der Generierung von Bildern – nämlich der Frage, was das Bild als Medium leisten kann und soll.

Paul Sietsema, The Letter, 2013. Courtesy Matthew Marks Gallery © Paul Sietsema, Foto: Ron Amstutz

Neben diesen Themenstellungen beschäftigt sich die Ausstellung mit der Metapher und der territorialpolitischen Darstellung des Seestückes – des Schiffs und des Meeres. Schwellenzeiten zwischen höfischen und bürgerlichen Gesellschaftskonzepten, die Implikationen einer Proto-Industrialisierung für Klassenverhältnisse und Lebensumstände spielen ebenso eine Rolle wie, damit verbunden, Kippfiguren der Ausgrenzung und Standessatiren. Der Akt und das Marienbild kommen ins Spiel, die Pole des Dionysischen und Apollinischen sowie die gotische Transzendenz.

Typologien, fluide Übergänge von Subjektkonstitutionen werden auf einer Bühne voller überraschender Übereinstimmungen und radikaler Gegenüberstellungen im Sinne eines Sehens in „Familienähnlichkeiten“ und Korrespondenzen sowie Verbindungen bei aller historischen Konditionierung zur Anschauung und Diskussion gestellt.

Anna-Sophie Berger / Teak Ramos, Something for Everyone, Everything for NoOne, 2021. Courtesy Layr © die Künstlerinnen

Der Titel der Ausstellung verdankt sich einer Engführung der Detektivgeschichte The Purloined Letter von E. A. Poe über einen entwendeten Brief, der nicht gesehen wird, weil er so offensichtlich da liegt, mit der Novelle Das unbekannte Meisterwerk (Le Chef-d’oeuvre inconnu) von Honoré de Balzac, in der es um die Imagination und die Grenzen der Darstellbarkeit geht: „Der Auftrag der Kunst besteht nicht darin, die Natur nachzuahmen, sondern sie auszudrücken!“, sagt der alte Meister Frenhofer in der Novelle. Zudem kommen in der Novelle Protagonisten vor wie Peter Paul Rubens, Nicolas Poussin oder François Porbus, die allesamt in der Sammlung der Gemäldegalerie eine Rolle spielen. In beiden Geschichten geht es, wenn auch im gegenläufigen Sinn von exzessiver Nachahmung und Scheitern im Darstellen, um die Fragestellungen von Repräsentation, Aneignung, Mimesis und (optischer) Täuschung sowie um jene nach der Definition von „Meisterschaft“ in Bezug auf die Erfassung von Wirklichkeit.

Willem van Aelst, Ludolf Backhuysen, Cornelis Bega, Hieronymus Bosch, Sandro Botticelli, Dirk Bouts, Richard Brakenburgh, Jan Brueghel d.Ä., Jacques Callot, Daniel Chodowiecki, Joos van Cleve, Lucas Cranach d.Ä., Gaspard de Crayer, Albert Paris Gütersloh, Samuel van Hoogstraten, Jan van Huysum, Johann Baptist von Lampi d.J, Meister der Katharinenlegende, Martin van Meytens, Philips Angel van Middelburg, Adriaen van Ostade, Rembrandt, Peter Paul Rubens, Jakob van Ruisdael, Rachel Ruysch, Roelant Savery, David Teniers d. J., Anna Dorothea Therbusch, Wigerus Virtringa, Simone de Vlieger und weitere zahlreiche historische Arbeiten aus allen drei Sammlungen sowie zeitgenössische Werke von Martin Beck, Anna-Sophie Berger/Teak Ramos, Marcel Broodthaers, Lili Dujourie, VALIE EXPORT, Rodney Graham, Ulrike Grossarth, Marcello Maloberti, Willem Oorebeek, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Klaus Scherübel, Allan Sekula, Paul Sietsema, Laurence Sturla

Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3, OG1, 1010 Wien

estherartnewsletter_logo_georgia

EVENT LOG:

If you want to announce your event in EstherArtNewsletter please fill out the form.

http://www.estherartnewsletter.com/event-log

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s