I Dreamed We

kunsthauswien13-07-14

KUNST HAUS WIEN
Galerie und Garage
I DREAMED WE WERE ALIVE
Eröffnung:
Donnerstag, 2. März 2017 | 19 Uhr
EKATERINA ANOKHINA, LENA ROSA HÄNDLE,
HANNA PUTZ, YULIA TIKHOMIROVA,
Kuratiert von Sophie Haslinger und Verena Kaspar-Eisert
Ausstellung: 03.03.-18.06.2017
Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien

http://www.kunsthauswien.com/de/presse/i-dreamed-we-were-alive/

BorjanaVentzislavovaAlive.jpg

I Dreamed We Were Alive Borjana Ventzislavovas (*1976 Sofia)

I DREAMED WE WERE ALIVE

Die Gruppenausstellung I Dreamed We Were Alive in der KUNST HAUS WIEN Galerie versammelt fünf Positionen internationaler Künstlerinnen, die in ihren fotografischen Arbeiten persönliche Erfahrungen visualisieren. Dabei fungiert Fotografie als Medium der Erinnerung an einen bestimmten Zeitabschnitt, an Emotionen oder Gruppenerfahrungen. Die seriellen Arbeiten in Snapshot-Ästhetik von Ekaterina Anokhina (*1983 Moskau), Lena Rosa Händle (*1978 Berlin), Hanna Putz (*1987 Wien) und Yulia Tikhomirova (*1981 St. Petersburg) lassen eine große Nähe
und Unmittelbarkeit entstehen. In fragmentarischen Bildausschnitten und dezentrierten Kompositionen stellen sie intime Momente, menschliche Beziehungen und soziale Interaktionen ganz unvermittelt dar.

Der Titel der Ausstellung I Dreamed We Were Alive ist einer Arbeit von Borjana Ventzislavovas (*1976 Sofia) entlehnt. In apokalyptische Landschaften montiert die Künstlerin Statements in Leuchtschrift, die für Erinnerungen, Gefühlszustände oder Träume stehen können und gleichzeitig die Leere und Einsamkeit der Welt symbolisieren.

Schwarzweißaufnahmen und Farbfotografien werden gemischt, Stillleben und Porträtfotos folgen aufeinander, ebenso Aufnahmen im Innen- und Außenraum, mit und ohne Blitz, inszenierte Aufnahmen und Schnappschüsse. In ihrer Ästhetik und Sequenzierung gleichen die Bilder traumähnlichen Momenten und erzeugen einen Bildfluss, der einem inneren Rhythmus zu folgen scheint. Erst von dem/der BetrachterIn wird die Kombination von scheinbar nicht in Bezug zueinander stehenden Bildern zu einer visuellen Narration geformt.

Das Fotobuch ist ein wichtiges Medium für die Künstlerinnen der Ausstellung. Fast alle Künstlerinnen haben ihre Arbeiten als Fotobuch publiziert beziehungsweise sogar für das Medium Fotobuch konzipiert. Die jeweiligen Fotobücher sind Teil der Gruppenschau in der KUNST HAUS WIEN Galerie.

Zu den einzelnen Arbeiten:

EkaterinaAnokhinaes.jpg

Die analoge Fotoserie 25 weeks of winter (2013) der Künstlerin Ekaterina Anokhina thematisiert den melancholischen Zustand von Liebeskummer. Der Titel referenziert auf die Zeitspanne, die die Künstlerin benötigte, um über eine schmerzhafte Trennung hinwegzukommen, und in der die Aufnahmen entstanden sind. Eine bunte, psychedelische Blumenwiese folgt auf eine triste Winterlandschaft in Schwarzweiß, eine Nahaufnahme von toten Fischen auf das Porträt eines in sich zusammengekauerten jungen Mannes. Die formal und inhaltlich so unterschiedlichen Bilder gleichen einem visuellen Tagebuch und laden den/die BetrachterIn ein, die Intimität der Erinnerungen, Träume und Emotionen der Protagonistin zu erforschen.

LenaRosaHandles.jpg

Lena Rosa Händle untersucht in ihrer Serie Laughing Inverts das Phänomen des Lachens in seiner Diversität, u. a. als Kommunikation, Geste, Grimasse und Drohgebärde. Gemeinsam mit ihren Freunden hält die Künstlerin Momente fest, von denen Sie Teil war. Die fotografischen, momenthaften Inszenierungen Händles entstehen im Miteinander, sie gibt die Kamera auch mal an FreundInnen ab. Großteils in der queeren Szene verortet, sind Performativität und Wandelbarkeit von Gender in den Fotografien lesbar. Über den Titel der Serie sagt die Künstlerin: „Der Titel Laughing Inverts bezieht sich sowohl auf Personen als auch auf eine Haltung. ‚Umdrehen‘ und ‚das Innere nach außen kehren‘ lässt sich in den Bildern finden und kann als eine Leserichtung verstanden werden, gleichzeitig ist es ein veralteter Begriff für queere Menschen.“

HannaPutzes.jpg

Die analogen Fotografien von Hanna Putz zeigen Momente sozialer Interaktion. Die Individuen sind schwer identifizierbar, ihre Gesichter abgeschnitten oder verdeckt, ein Konglomerat an Körpern tritt an ihre Stelle. Die fragmentierten Bildausschnitte verleihen den Aufnahmen etwas Künstliches, manchmal fast Surreales. Die Künstlerin lässt ihre Bilder nicht einzeln stehen, sondern fügt sie zu Diptychen (oder Triptychen) zusammen. Die Kombinationen können von Ausstellung zu Ausstellung variieren. Dadurch ergibt sich ein Dialog, der jedes Mal neu eröffnet wird, fotografische Momente, die unendlich viele Deutungen zulassen.

YuliaTikhomirovaBalticaa.jpg

In ihrem Langzeitprojekt Baltica (2003–2016) kombiniert Yulia Tikhomirova Schwarzweißfotos aus ihrem persönlichen Archiv mit aktuellen Aufnahmen in Farbe. Nach vielen Jahren kehrte die Künstlerin in ihre Heimatstadt St. Petersburg zurück, wo sie in ihrer Jugend in den 1990er-Jahren – eine Zeit, geprägt von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen ­– Teil einer Punk-Community war, die nach dem Tod eines Freundes abrupt zersplitterte. In der Fotoserie und dem gleichnamigen Fotobuch Baltica ­– nominiert für den First Book Award 2017 von Mack Books – vermischen sich die persönlichen Erinnerungen der Künstlerin an diesen Ort mit der Gegenwart und spiegeln eine Suche nach Heimat und Zugehörigkeit wider.

BorjanaVentzislavovava.jpg

Die ausgestellten Arbeiten von Borjana Ventzislavova bilden eine Metaebene in der Ausstellung. Sie zeigen imposante, menschenleere Landschaften lebensfeindlichen Charakters (etwa Badwater im Death Valley), die die Künstlerin vor Ort fotografierte. In die Fotografien montierte poetische Statements in Leuchtschrift spiegeln einerseits die innere Kommunikation Ventzislavovas mit den konkreten Orten wider, andererseits die Leere und Einsamkeit in diesen anziehenden Landschaften. In ihrer verheißungsvollen Neon-Ästhetik deuten die Schriftzüge gleichzeitig Wünsche, Träume, Sehnsüchte und Ängste an und stehen sinnbildlich für die subjektiven visuellen Narrationen, die sich in der Ausstellung eröffnen.

Biografien

Ekaterina Anokhina, geboren 1983 in Moskau, studierte Psychologie an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität und Fotografie an der Rodchenko Artschool in Moskau. Ihre Abschlussarbeit – das selbstpublizierte Fotobuch 25 weeks of winter – wurde erstmals am ViennaPhotoBookFestival (2013) präsentiert und anschließend vom Verlag Peperoni Books re-publiziert. Ihr zweites Fotobuch Inner Mongolia erschien 2013 bei dienacht Publishing. 2014 gewann Anokhina die internationale Portfolio-Review des Photovisa Photofestival in Krasnodar, Russland. Ihre Werke wurden in Russland, Deutschland, Österreich, Dänemark, Slowenien und Italien ausgestellt und in fotorelevanten Online- und Print-Medien publiziert. Sie lebt und arbeitet in Moskau.

Friederike Gösweiner, Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin, wurde 1980 in Rum, Tirol, geboren und ist in Schwaz aufgewachsen. Studium der Germanistik und Politikwissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Sie arbeitet als freie Lektorin und als Kritikerin (u. a. für Die Presse, Literatur & Kritik, Literaturhaus Wien). Seit 2012 ist sie an der LFU Innsbruck als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Das Buch Traurige Freiheit (2016) ist ihr Debüt. Im November 2016 erhielt sie den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt.

Lena Rosa Händle, geboren 1978 in Berlin, studierte Gender Studies an der Humboldt-Universität Berlin und Fotodesign an der BEST-Sabel Design Schule in Berlin. Ihren Master-Abschluss für Künstlerische Fotografie machte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig 2011 und erwarb ihr Graduiertendiplom „Meisterschülerin“ 2013. Seit 2013 ist sie Assistenzprofessorin an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Lena Rosa Händles künstlerische Praktiken und Forschungsmethoden setzen sich mit queeren, feministischen Diskursen auseinander, die oft mit soziopolitischen Bewegungen und queerer Sichtbarkeit verknüpft sind. Händle entblößt auf soziopolitischer Ebene, indem sie Identität und Normhaftigkeit radikal in Frage stellt. Ihr Fotobuch Laughing Inverts ist 2015 im Kehrer Verlag erschienen. Händles Werk ist Teil der Staatlichen Kunstsammlung Dresden. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien.

Hanna Putz, geboren 1987 in Wien, arbeitet primär mit dem Medium Fotografie. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kunsthalle Wien, im Lentos Museum, im 21er Haus, im MOCP, im FOAM Museum, in der The Photographers’ Gallery, im FOTOHOF Salzburg und auf der 6. Moskau-Biennale ausgestellt. Ihre Arbeit wurde unter anderem bereits im TAR Magazine, New York Magazine, Libération, SPIKE Art Quarterly, Zeit Magazin, I-D, Another Magazine, Wallpaper*, EINE, DUST Magazine und Dazed&Confused publiziert. Sie war Gastlektorin an der Universität für Kunst und Design in Linz, Österreich, und an der Bauhaus-Universität in Weimar, Deutschland. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Wien.

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