just one thing after another V

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artepari
Galerie für zeitgenössische Kunst
JUST ONE THING AFTER ANOTHER V
Hannes Priesch – Part I
Ausstellung: 21. Oktober – 23. Dezember 2016
KünstlerInnen:
Christian Eisenberger, Andrea Fian, Michael Kienzer,
Franz Konrad, Katherina Mair, Hannes Priesch,
Michaela Söll und Markus Wilfling
Kuratorin Katia Huemer, Kunsthaus Graz
Peter-Tunner-Gasse 60, 8020 Graz
 

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Hannes Priesch, o.T. (early works),  1 bis 4, 1978 – 1980
Öl auf Leinwand

Hannes Priesch` bereits 1977 entstandene Arbeiten sind entgegen seiner heutigen künstlerischen Praxis in der Tradition des abstrakten Expressionismus anzusiedeln. Ganz im Sinne eines Mark Rothko oder Barnett Newman wird die Farbe zum eigenständigen Bildkörper. Figürliches lässt sich auf den zerrissenen Leinwänden vergeblich suchen, gezielte Formlosigkeit gepaart mit unbändiger Farbwucht ist das Prinzip. Die Konzentration liegt auf dem Farberlebnis, das Priesch durch seinen skulpturalen Umgang mit dem Bildträger ins Dreidimensionale übersetzt. Von Hand in Streifen oder Stücke gerissen, nehmen die Leinwände unstete, zufällige Formen an. Die strukturellen Unregelmäßigkeiten, die durch den Vorgang des Zerreißens auftauchen, lassen Schattenbilder entstehen und beziehen auf diese Weise den Körper im Raum mit ein. So verhandeln diese frühen Arbeiten von Hannes Priesch das Verhältnis zwischen dem Kunstwerk selbst, dessen Wahrnehmung durch den Betrachter und seinem Umraum. Die eingesetzten Ölfarben sind erdig und warm und stehen im krassen Gegensatz zur signalisierenden Farbwelt der Mediengesellschaft, die – Zufall oder nicht – ausgerechnet im Entstehungsjahr dieser Werke, 1977, in der Kunstwelt auf der documenta 6 ausgiebig diskutiert wurde. Das buchstäbliche Hantieren mit der Farbe, die Priesch mit Hilfe seiner bloßen Hände anmischt, bildet nicht nur den Ausgangspunkt der Arbeiten, sondern birgt ihren eigentlichen Kern. Das intensive Erleben der Farbe im Hier und Jetzt markiert der Künstler im Titel: (-1) 0 (+1) beschreibt das Bestreben, sich selbst und den Betrachter in der Gegenwart zu verankern und der Fabe gleichzeitig zur Emanzipation von historischen und zukünftigen Bezügen zu verhelfen. Für den “Farbalchimisten” (Peter Gorsen) Hannes Priesch bedeutet diese malerische Materialisation einen Befreiungsschlag für die Farbe, mit dem sie sich ihres aufoktroyierten symbolischen Ausdrucks endlich zu entziehen vermag.
Text: Katia Huemer, Kuratorin, Kunsthaus Graz

Kurzbiografie Hannes Priesch
1954 geboren in Volkersdorf bei Eggersdorf, Steiermark
1973-77 Akademie der bildenden Künste, Wien (Max Weiler)
1978-80 Lehrbeauftragter an der Akademie der bildenden Künste Wien
1983-90 Gründungsmitglied der Künstlergruppe REM, Wien
1990 Chicagostipendium des Bundesministeriums für U&K
1995 Wohnsitz New York und Semriach bei Graz
2001 Gründung von b-environment

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Galerie für zeitgenössische Kunst
JUST ONE THING AFTER ANOTHER V
Part VI – Vorstellung
MICHAEL KIENZER
Führung:
Samstag, 17. Dezember 2016 | 15 Uhr
Finissage:
Samstag, 17. Dezember 2016 | 18 Uhr
KünstlerInnen:
Christian Eisenberger, Andrea Fian, Michael Kienzer,
Franz Konrad, Katherina Mair, Hannes Priesch,
Michaela Söll und Markus Wilfling
Kuratorin Katia Huemer, Kunsthaus Graz
Ausstellung: 21. Oktober – 23. Dezember 2016
Peter-Tunner-Gasse 60, 8020 Graz
 
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Werk: Michael Kienzer “lose Dichte Vol. 3”, 2016, Eisen, Stahlseil,
Magnete, 65 x 57 x 25 mm, Foto: courtesy artepari
 
 
 
Michael Kienzer
Die Arbeiten des Bildhauers Michael Kienzer kreisen konsequent um grundsätzliche Fragen einer Welt der Dinge. Kienzers Protagonisten sind Gegenstände, die für gewöhnlich aufgrund ihrer reinen Zweckmäßigkeit kaum wahrgenommen werden und in jedem Haus zu finden sind: Schrauben, Drahtseile, Wasserwagen, Gewindestangen, Rohre, Dosen, Pressspanplatten, Aluminiumstücke, Radiergummis etc. – alltägliche Dinge, die dafür geschaffen wurden, einen praktischen Zweck zu erfüllen und in puncto Ästhetik in den Hintergrund zu treten. Mit diesen Sehgewohnheiten spielt der Künstler, indem er solche Werkzeug- und Materialteile in absurden Konstellationen skulptural inszeniert. Die Betrachter von Kienzers konstruktiven Versuchsanordnungen sind also stets mit einer Portion Alltagswissen ausgestattet und voller Faszination, wenn der Künstler Gegenstände in Balance bringt und dabei Naturgesetze wie Gravitation, Spannung oder das Prinzip der Dualität wirken lässt. Der Balance-Akt, den Michael Kienzer damit vollführt, ist aber auch ein anderer: Es sind rohe Materialien, kalt, spröde und für sich gesehen unattraktiv, die der Künstler in poetischen, fast sentimentalen Installationen fasst. Die Wandobjekte lose Dichte Vol. 3, die in der Ausstellung zu sehen sind, bedienen sich der Kraft unscheinbarer Magnete, die kleine Metallfundstücke zu fragil wirkenden Kleinskulpturen zusammenfügen. Wird ein Magnet entfernt oder an eine andere Stelle gerückt, verändert sich die Form der Skulptur und wird augenblicklich zu etwas ganz anderem. Oder sie zerfällt.
Text: Katia Huemer, Kuratorin, Kunsthaus Graz
 
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Michael Kienzer, o.T., 2015, 67,5 x 93,5 cm
 
Michael Kienzer
1962 in Steyr/A geboren, lebt und arbeitet in Wien
1977-79 Kunstgewerbeschule Graz, Bildhauerei bei Prof. Josef Pillhofer
1979-82 Aufenthalt in Berlin, Mitarbeit im Kunst- und Kulturzentrum Kreuzberg
1987-89 Bühnenbilder im Westfälischen Landestheater Castrop für Die
schmutzigen Hände, Jean-Paul Sartre Kabale und Liebe, Friedrich Schiller Transit,
Anna Seghers Reigen, Arthur Schnitzler Don Juan oder die Liebe zur Geometrie,
Max Frisch 2004/05 Lehrauftrag an der Universität für angewandte Kunst, Wien
2005/06 Gastprofessur an der Universität für angewandte Kunst, Wien
 
CHRISTIAN EISENBERGER
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CHRISTIAN EISENBERGER
1978 in Semriach/ Österreich geboren
lebt und arbeitet in Wien / Österreich
Ausbildung
1999 Studium der Malerei, „Ortweilschule“, Graz
2000 Studium Universität für angewandte Kunst, Wien
Transmediale Kunst bei Prof. Brigitte Kowanz
2003 „Stone age“, Workshop mit Jimmie Durham, Norwegen
2004 Symposium mit Rirkrit Tiravanija, Venedig, Italien
Auszeichnungen
2009 „New Position“ Art Cologne
2008 „Viennafair“:- award of the chamber of commerce Vienna – für beste Standpräsentation
2006 award of country styria / austria for contemporary fine arts
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Eisenberger“KÖNNEN SIE MIR BITTE DRUCK MACHEN”, 2011,
Acryl auf Leinwand, 40 x 30 cm A
Part III – Vorstellung
ANDREA FIAN

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Werke: Andrea Fian
links: o.T., 2016, Öl auf Mollino, 120 x 100 cm
rechts: o. T, 2014, Permanentmarker auf Plexiglas, 134 x 100 cm (a 18 x 13 cm)
ANDREA FIAN
Andrea Fian nähert sich der Natur durch Abstraktion an. Ihre Malerei und Zeichnungen sind von natürlichen Formen geprägt und zeugen von der endlosen Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Kreislauf des Lebens. “aus dem zyklus werdung” betitelt Fian diese Studien sich wiederholender Motive wie Baumrinden oder Kokons, Sinnbilder der Transformation und des Rückzugs in sich selbst. Tägliches, repetitives Malen ähnlicher und gleicher Formen ist im Sinne der Forschungsreihe unabdingbar, in der Fian den Urzuständen des Seins auf den Grund zu gehen sucht: Wie werden wir? Für Andrea Fian stellt die Natur, in deren vielfältiger Formensprache sie nach Antworten forscht, jedoch keinen Zustand der Ordnung dar. Vielmehr bilden sich durch ihren behutsamen Farbauftrag innere Landschaften ab, die in einem intuitiven Malprozess auf Leinwand, Papier oder transparentes Plexiglas fließen. Die Motive entstehen dabei ohne eine konkrete Vorstellung eines Endergebnisses, es sind Momentaufnahmen, die sich im “Werdungsprozess” entwickeln. Tiefe und Dichte erzeugt die Künstlerin durch “geschichtete Malungen”, sei es durch mehrschichtigen Farbauftrag oder durch das buchstäbliche Überlagern mehrerer transparenter Bildträger. In einer neu entstandenen Arbeit wird dieses räumliche Vorgehen auf die Spitze getrieben: Eine Rolle Transparentpapier, lapidar und zugleich skulptural im Raum installiert, birgt Andrea Fians vielschichtiges zeichnerisches Sein. Das Wesen dieser Existenz bleibt dem Betrachter jedoch größtenteils verborgen. Nur ein kleiner sichtbarer Ausschnitt gewährt Einblick in den Kosmos der Künstlerin und in ihr stetes Bemühen, sich in der uns umgebenden Umwelt zu verorten.
Text: Katia Huemer, Kuratorin, Kunsthaus Graz

KURZBIOGRAFIE
Andrea Fian 1973 geboren in Feldkirchen, Kärnten
lebt und arbeitet in Graz
1994-99 Malereistudium an der Akademie der bildenden künste in Wien

bei Prof. Markus Prachensky und Prof. Hubert Schmalix
1999 Diplom für Malerei mit Auszeichnung
Part V – Vorstellung
KATHERINA MAIR

Werke: Katherina Mair
o.T., 2016, Öl auf Organza, 29,7 x 21 cm
o.T., 2016, (Nr. 1 – 2, 2-teilig), Öl auf Organza, 17 x 14 cm und 29,7 x 21 cm und
o.T., 2014, Öl auf Leinwand, 220 x 160 cm

KATHERINA MAIR
In Katharina Mairs abstrakten Kompositionen verbergen sich gesellschaftspolitische Botschaften. Meist sind es weibliche Körperteile, die, figurativ gemalt und somit deutlich als solche erkennbar, zu einer Körpermasse verschmelzen, in der das einzelne Individuum nicht vorgesehen ist. Die Arme und Beine, die Mair malt, sind lang und schlank; sie entsprechen den Vorstellungen von Schönheit, die in unserer Kultur durch Mode und Werbung vermittelt wird. Aus den Bereichen der Populärkultur nährt sich auch Katharina Mairs Inspiration, und aus ihr entsteht ihr Verlangen, sich malerisch gegen die oberflächlichen Wertvorstellungen unserer konsumorientierten Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Im selben Maß, in dem weibliche Körper durch ihre mediale Präsenz zur Ware erklärt werden, wandeln sich Mairs Körperfragmente zu symbolträchtigen, psychodelischen Ornamenten, die zwischen drastischer Figuration und surrealer Verfremdung mäandern. In vielerlei Hinsicht lassen diese Arbeiten an die Körperbewusstseinsbilder von Maria Lassnig denken, welche in schonungsloser Selbstbeobachtung und als eine der wenigen Frauen in einer männerdominierten Kunstwelt ihren eigenen Körper und die damit verbundenen Gefühle auf eindrucksvolle Weise thematisierte. Doch im Gegensatz zu Lassnig gilt Mairs Beschäftigung nicht ausschließlich ihrem eigenen Körper, sondern dem Frau-Sein mit all seinen gendertheoretischen und feministischen Implikationen. Besonders deutlich wird die Diskrepanz von Schönheit und gleichzeitiger Leere in Mairs kleinformatigen Ölbildern auf Organza, ein transparentes Gewebe, das den tiefgründigen Bildinhalten eine schillernde Oberfläche schenkt. Text: Katia Huemer, Kuratorin, Kunsthaus Graz

KURZBIOGRAFIE
Katherina Mair
1973 geboren in Wien lebt und arbeitet in Wien und Zeiselmauer, NÖ
1991 Matura am Lyçée français de Vienne
1993 – 97 Studium Akademie der bildenden Künste, Wien Meisterschule für Malerei Prof. W. Hollegha und am Chelsea College of Fine Art, London
1997 – 99 Meisterschule für Malerei Prof. H. Schmalix 1999 Diplom mit Auszeichnung
1995, 1996, 1997 Studienaufenthalte in New York
1997 Auslandsstipendium des BM für Unterricht und Kunst
1999 Arbeitsstipendium des BM für Wissenschaft und Verkehr
Seit 2004 Lehrauftrag am Institut für künstlerische Gestaltung (Christine Hohenbüchler), TU Wien

Markus Wilfling
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Markus Wilfling, o.T., (Schattenuhr), 2016, Messinguhr Junghans,
(ATO . MAT) , Holz, gedrechselt und lackiert, 19 cm x 21 cm x 12 cm
Markus Wilfling  1966 in Innsbruck geboren.
Kunstgewerbeschule in Graz und Akademie der bildenden Künste in Wien Bildhauerei
bei Bruno Gironcoli. Mit der Installation des Schattens des Grazer Uhrturms im Rahmen der Kulturhauptstadt Europa im Jahr 2003 wurde Wilfling erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

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