AIR 2015

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KRINZINGER PROJEKTE

AIR 2015

VIENNA / SRI LANKA / HUNGARY

Eröffnung:
Dienstag, 3. Mai 2016 | 19 Uhr
Zur Ausstellung spricht Manfred Wiplinger
ARTISTS IN RESIDENCE 2015
Vienna / Hungary / Sri Lanka
KünstlerInnen:
Sachli Golkar & Till Hofrichter (IR / DE), Patrícia Kaliczka (HU),
Nicolas H. Muller (FR), Peter Sandbichler (AT), Julian Wallrath (DE),
Kristin Wenzel (DE), Andreas Werner (AT) und Edie Yang (CN)
Ausstellung: 3. Mai – 3. Juni 2016
Die Ausstellung wurde konzipiert von
Manfred Wiplinger, Stella Reinhold-Rudas und Barbara Siegel.
Schottenfeldgasse 45
A – 1070 Wien
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ARTISTS IN RESIDENCE 2015
Vienna / Hungary / Sri Lanka
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Sachli Golkar & Till Hofrichter Ohne Worte, 2015 – 2016
3-cannal-video, audio-installation, HD video, dimensions variable
Sachli Golkar & Till Hofrichter
*1977 in Tabriz, Iran / *1974 in Kaiserslautern, Deutschland,
leben und arbeiten in Berlin
 
Artist in Residence / Hungary
„Ohne Worte“
 
Widersprüche, die absurd erscheinen. Ein Nebeneinander von Gegensätzen, die keine sind.
Keine Inszenierung, keine Propaganda, kein Kommentar. Nur Bilder.
„Und wie soll man letzten Endes (wenn nicht durch eine mühsame und langsame Technik) die komplexe Beziehung der Repräsentation, der Identitäten, der Ordnung, der natürlichen Wesen, der Wünsche und Interessen vor dem Augenblick wiederfinden, wo jenes große Netz sich auflöst, wo die Bedürfnisse ihre Produktion für sich selbst organisiert haben, wo Lebewesen sich auf die Funktion des Lebens zurückgezogen haben, wo die Wörter als Schwere ihre materielle Geschichte erhalten haben, kurz von dem Augenblick an,
wo Identitäten der Repräsentation aufgehört haben, ohne Verschwiegenheit und Rückstand die Ordnung der Wesen zu offenbaren?“
 
Michel Foucault, Die Ordnung der Dinge, 9. Kapitel
Frankfurt am Main, Surkamp, S. 367
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Patricia Kaliczka Eve‘s vision of the second metamorphoses of the spirit, 2015
oil on canvas, 235 x 195 cm
Patrícia Kaliczka
*1988 in Balassagyarmat, Ungarn,
lebt und arbeitet in Budapest
 
Artist in Residence / Hungary
Through my works I keep trying to articulate the permeable quality of the spatial and temporal states of the world, thus of the mind. The varied use of impasto and glaze when shaping the figures, objects and backgrounds alludes to that altough they obtain a spatial oneness, they differ regarding time. The canvas itself is an attempt to capture the constant flux of materia and thought in space and time by means of paint: from an Imperial style sofa, the materia turns into vitamin-C, then to red colour, then to an ocean current, then to a hair of a dog, to a bumeraang, to a chinese porcelain figure, to some remnant of a Renaissance fresco, then to a white line, etc. The different,
cumulative layers of paint could be seen as planes, manifesting the same space from different times, thus contatining different information as well.
White noise is a sound that exists in every single part of the Universe, in what all types of frequen- cies are presented in an equal proportion and with equal intensity. Since it contains every frequency, it also suppresses all sounds. The endless diversity of the different qualities are eqauted into a dull but at the same time acute buzzing
for the human ear.
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Preview of the exhibiton In Petomihalifa (2016)
 
Nicolas H. Muller
*1981 in Chatenay Malabry, Frankreich,
lebt und arbeitet in Paris
 
Artist in Residence / Hungary
Installations, paintings, sculptures and photographs, have been Nicolas Muller’s
areas of investigation since his time as a student sat the EESI of Angoulême (2008)
and at the Villa Arson in Nice (2010) and which he has developed in the context of numerous residencies. Although each of his works is autonomous in itself, they are generally part of projects that resonate with the memory or the architecture of the
space that houses them. Two pieces from 2010 are representative of this
process. The first Vue de la fenêtre nord de la Villa Caméline (View from the
northern window of the Villa Caméline) is a pane of glass removed from a window, then framed and exhibited. The second, Nom et prénom du peintre d’origine, date de création de l’oeuvre (Surname and name of the original painter, date of creation of the work)
is a canvas on which he has painted a replica of a mural which was one of the
constraints of the exhibition space and which he hung exactly above mural. These
gestures of appropriation create a gap between two realities and puts this art of displacement and recovery/revelation of the memory of places into practice.
According to his statement, Nicolas Muller “brings this diversion of the spectator’s
gaze from the practice to digression in written or spoken language”.
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Peter Sandbichler Ohne Titel, 2015 Wood installation, dimensions variable
Peter Sandbichler
*1964 in Kufstein, Österreich
lebt und arbeitet in Wien

Artists in Residence / Sri Lanka

Eine symbolische Vermählung von Außen- und Innenraum steht im Einklang

mit der Breite von Sandbichlers künstlerischem Betätigungsfeld, da der Künstler
nicht nur im White Cube ausstellt, sondern auch zahlreiche Projekte im öffentlichen
Raum realisiert. Häufig betont er architektonische Grenzziehungen und hebt die
Trennung von Innen und Außen auf, indem er Fassaden als Ausstellungsfläche
für Installationen nutzt: Erst kürzlich gewann er den Wettbewerb für eine
Neu- gestaltung des Varta-Hauses in der Mariahilferstr.1 in Wien, bespielte unter anderem die Feuermauer eines Gebäudes der Arbeiterkammer (Wien, 2015) oder
die Fensterwand des Kunstraumes Weikendorf (Niederösterreich, 2014), wo er
mittels eines Modulsystems aus polygonal-ornamenta-
len Gitterkomponenten eine Kunst der Permeabilität in Szene setzte.
Wie so häufig im Oeuvre von Sandbichler spielt der Raum, nämlich nicht nur der,
den das Kunst-werk in seiner Ausdehnung okkupiert, sondern der spatiale Kontext,
die phänomenologische Raumerfahrung und damit die rezeptionsästhetische
Qualität eine herausragende Bedeutung. Als Bildhauer beschäftigt er sich
intensiv mit den unterschiedlichen Aspekten von Dreidimensionalität, wobei ein besonderes Interesse der Wahrnehmung von Räumlichkeit und Tiefe gilt.
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Julian Wallrath Ikarus, 2016 sound installation, dimensions variable
Julian Wallrath
*1980 geboren in Köln,
lebt und arbeitet in Düsseldorf

Artist in Residence Petömihályfa/Ungarn

Die Installationen von Julian Wallrath bilden mehr als nur ein Abbild eines

Zustandes. Seine Arrangements aus meist vorgefundenen Alltagsgegenständen thematisieren Kulturkritik, wobei er sich Erkenntnissen aus den Naturwissenschaften bedient. Wallraths Quasi-Objekte, kommentieren den Narzissmus eines etablierten Systems und verkörpern die Schnittmengen von Erhabenem und Schmutzigem.
Sie bieten in ihrer Semi-Transparenz aber vor allem eine Möglichkeit der
Veränderung an, eine Alternative, das Bild- Kunst-Verhältnis neu zu denken.
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Kristin Wenzel Mauer mit liegendem Hund, 2015 – 2016
concrete, acrylic, dimensions variable
Kristin Wenzel
*1983 in Gotha, Deutschland,
lebt und arbeitet in Düsseldorf und Leipzig
Artist in Residence / Hungary

Identitätssuche nennt Kristin Wenzel als eines der zentralen Themen ihrer Arbeit.

Die Suche nach dem Selbst, dem eigenen Ursprung, seinem Ort in der Welt.
Zugehörigkeit. Was zunächst wie ein avantgardistisches Klischee klingt, paart
sich in den skulptural herausgearbeiteten Bildern mit einer Materialästhetik,
die den Einfluss eines Umfelds erkennen lässt, das man etwas generalisierend
als westlich bezeichnen mag; glatte, polierte Oberflächen, die Auslöschung der
Spur, die Vereinheitlichung des Ursprungs. Dabei geht Kristin Wenzel den
Weg der Poetisierung des Alltags und bricht mit ihren Zitaten, sie reflektiert
nicht die Kunst und deren Geschichte, sie reflektiert sich und ihre Geschichte.
Was den Betrachter davon an klar zu identifizierender Referenz erreicht, ist deren ironische Verschlüsselung. Das verwendete Bildmaterial ist entweder oder wird
von der Künstlerin durch reduzierte Farbsättigung als historisches ausgegeben,
der Betrachter wähnt sich einem geschichtlichen Faktum gegenüber; tatsächlich
führt uns Wenzel in ein kollektives Verständnis von Geschichte ein, welches sie subjektiviert, durch biografische Versatzstücke zu ihrer eigenen macht und
den Betrachter vor einem Puzzle aus Referenzen zurücklässt.
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Andreas Werner „The Martian Chronicles I“, 2015  metal, MDF, wax, plaster, paper
collage, spiderweb on glas, ink, acrylic, pencil, paper, 23 x 240 x 210 cm
Andreas Werner
*1984 in Merseburg an der Saale, Deutschland,
lebt und arbeitet in Wien und Unterolberndorf

Artist in Residence / Hungary

Die Landschaft als Motiv in der bildenden Kunst hat eine lange Tradition. Seit der

Antike und bis heute spielt sie nicht nur im Westen, sondern auch in Teilen Ostasiens
eine gewichtige Rolle. Durchwegs scheint mit ihr die Verbildlichung eines gesellschaftlichen Ideals verbunden, die über die Darstellung eines naturnahen, idyllischen Lebens von maßvollen, enthierarchisierten Zuständen in harmonischen Mensch-Natur-Verbindungen spricht. Doch ist die Landschaft als Symbol
auch doppeldeutig: Mit ihr ist nicht nur das Bild eines eskapistischen und
romantischen Rückzugs vor der Komplexität des Alltages verbunden, der historisch mitunter auch gesellschaftskritische Dimensionen annehmen kann, sondern
auch ein planerisches Ideal im Sinne ökopolitisch utopischen Denkens. In diesem Spannungsverhältnis des Landschaftsbegriffes verorten sich die Arbeiten
Andreas Werners: Sie sind auf den ersten Blick landschaftliche, zumeist menschen-
leere Idyllen, die von einer Fiktion unangetasteter Natur in vorindustrieller Zeiten sprechen und auf Landschaftsausschnitte von Bergen, Meeren und Seen blicken
lassen, in ihrer zumeist sehr künstlichen, science-fictionhaften Farbigkeit
beschwören sie allerdings Zukünftiges herauf und entlarven ihre eigene
Konstruiertheit. In der Ambivalenz von Strenge der Ornamentik, der grafischen geometrischen und auch klar umrissenen Formen und formaler Unbestimmtheit malerischer Aspekte werden von Werner Landschaftsbilder geschaffen, die in ihrem Ausdruck gespenstischer Stille den Landschaftsgemälden der Romantik nahe kommen.
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Yang Yang (Walking people), 2015
Buntstift auf Papier, LED-Lampe, 109,5 x 28,5 cm
Edie Yang
*1988 in Hangzhou, China,
lebt und arbeitet in China

Artist in Residence / Vienna

„Too nice to be seen“
Cognition of belief and metaphor, these drawings are packaged with joyful visuals.

I would like to tell stories through interesting vehicles, like allegorical fairy tales.The appearances and the stories are both my concern. I hope them to be joyful with my self-righteous philosopher’s stone. In these philosophies, there are contradictions and paradoxes everywhere, where balance is achieved in their countactions.
I always enjoy animated pictures. Even in university, I had experimented with
various medium to make animations. I come back to hand-drawn stop-motion
animation in the end. Maybe it is the result of childhood memory. The delay effect
caused by posterize time fascinates me. If the smooth motion in the animation
could be compare with the meticulous classical painting, the nehand-drawn works
dotted with frame skips should be the free brush stroke in modernism paintings.
The repetition/circulation is everywhere: palpitating legs, chewing, pr praying.
I do not realize at what time I stopped. The stop comes naturally after a circulation
started. The circulation is not over yet, unfortunately, it is me that is momentary.
There are powerful examples in nature: change of seasons, revolution of planets.
But when things have come back to where they started, it is always a bit different.
People still try to live a good life even they know death is the unavoidable end.
With our small circulation and lifetime, we become a part of the greater circulation.
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ARTISTS IN RESIDENCE 2015
Vienna / Hungary / Sri Lanka
die Ausstellung „Artists in Residence 2015 Vienna / Hungary / Sri Lanka“.
Die Gruppenausstellungnbesteht aus acht Positionen nationaler wie internationaler, vorwiegend junger, autstrebender zeitgenössischer Kunst. In der Ausstellung werden Kunstwerke jener KünstlerInnen präsentiert die in den Jahren 2015 auf Einladung
von Dr. Ursula Krinzinger TeilnehmerInnen des Krinzinger Residence Programms in Wien, Petömihályfa / Ungarn und Sri Lanka waren.
Die ausgestellten Arbeiten sind im Zuge des jeweiligen Aufenthaltes der beteiligten KünstlerInnen entstanden und reflektieren eine Ausseinandersetzung mit aktuellen ökologischen, sozialen, kulturellen und politischen Gegebenheiten, Impressionen sowie Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken der KünsterlInnen.
 
Weitab der städtischen Hektik und deren Ablenkungen wurden Räume für ein konzentriertes künstlerisches Arbeiten geschaffen. Die natürliche Umgebung
bestimmt großteils den Rhythmus des Residency-Alltags und bietet die
Möglichkeit zu einem reduzierten Leben. Die Studios der Galerie Krinzinger in Wien, Petömihályfa und Sri Lanka sind ein Ort der Begegnung für junge KünstlerInnen.
 
Hierbei wird großen Wert auf die kulturelle, sowie künstlerische Zusammenarbeit asiatischer und europäischer KünstlerInnen gelegt. Die Förderung und Belebung des Austausches internationaler zeitgenössischer KünstlerInnen steht an vorderster Stelle, aber auch die Vernetzung mit einem kunstinteressierten Publikum ist ein wichtiges Anliegen. Deswegen werden regelmäßig Studiovisits organisiert, bei welchen die einzelnen Positionen vor Ort präsentiert werden.
 
2002 wurde KRINZINGER PROJEKTE als Projektraum und Erweiterung der
Galerie Krinzinger gegründet. Dort wird seither ein sehr erfolgreiches, internationales Programm realisiert, das vorwiegend aus thematischen Gruppenausstellungen junger Positionen besteht. Seit 2009 und 2010 existiert das Artist-in-Residence Programm
in Sri Lanka (in Kooperation mit One World Foundation Sri Lanka) sowie Petömihályfa/Ungarn, um jungen, nationalen wie internationalen KünstlerInnen
die Möglichkeit zu bieten ihre Netzwerke auszubauen sowie abseits des gewohnten Arbeitsumfeldes zu produzieren und neue Eindrücke zu sammeln. Bisherige TeilnehmerInnen des Programms sind mittlerweile wichtige und sehr erfolgreiche Postionen im internationalen Kunstgeschehen.
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