KEVIN A. RAUSCH

GALERIE GERERSDORFER
KEVIN A. RAUSCH
“never relaxed”
Vernissage: Mittwoch, 16. März 2016 | 19 Uhr
Zur Eröffnung spricht André Lindhorst
Kurator, ehem. Leiter der Kunsthalle Osnabrück
Ausstellung: 16. März – 23. April 2016
Währinger Str. 12 – 1090 Wien
http://www.gerersdorfer.at

rausch_new_b.jpg

Kevin A. Rausch “I need something new”2016
Mischtechnik auf Leinwand,  180 x 130 cm

Kevin A. Rausch, ist ein exponierter Vertreter der jungen Österreichischen Künstlergeneration. Kevin A. Rausch setzt sich in seinen Arbeiten mit aktuellen politischen Themen, Verwerfungen und gesellschaft – lichen Stimmungslagen auseinander. Seine Motivwelten, die dem Landschaftsgenre nahe -bstehen, changieren zwischen Apokalypse und Utopie, Wirklichkeit, Fiktion und Vision.
Seine Malerei und seine Papierarbeiten, die er zumeist in Mischtechnik realisiert, integrieren klassische Gestaltungstechniken der Bildenden Kunst, nehmen aber auch Formen aus dem Vokabular der Trivialkultur auf. Die des Comics beispielsweise oder auch die radikalen Bild- sprachen von Kevin A. Rausch des Undergrounds und der Straße, wie z.B. Graffiti oder Wandkritzeleien. In den figürlichen Darstellungen wird oft das Unterwegssein thematisiert. Vor dem Hintergrund archaisch, unwirtlich oder apokalyptisch anmutender Landschaften arrangiert Kevin A. Rausch einzelne (meist junge) Menschen, Paare oder Figurengruppen. Oft wirken die Figurationen seltsam fremd, ungeschützt oder isoliert und auf sich selbstverwiesen. Geborgenheit oder Sicherheit suggeriert das schroffe und unbehaust erscheinen- de Terrain und unwirtliche Gelände,
in das Kevin A. Rausch seine Figuren oft stellt, selten.
rausch_together_b.jpg

Kevin A. Rausch “come together” 2016
Mischtechnik auf Leinwand,  70 x 50 cm

Ein Beispiel für derartige Sujets des Künstlers ist das 2013 entstandenen Triptychon „Silence Is Closer“. Mit diesem Bild öffnet Kevin Rausch dem Betrachter einen dramatischen Raum. Ein einzelner Mensch, scheinbar eine junge Frau, ist in Rückenansicht zu sehen. Sie steht auf einem Berghang. Der Blick erfasst eine zwar faszinierende, aber doch auch chaotische Welt ohne Ordnung und Wegmarken. Angedeutet ist hier das Thema der Lebens – reise. Der Mensch ist auf sich alleine angewiesen. Er tritt in einegefahrvolle Welt ein, in der er sich zurechtfinden muss. Sie verheißt ihm Glück, doch kann sie ihn auch scheitern lassen oder in die Katastrophe führen.
rausch_idylle_b.jpg
Kevin A. Rausch “mein letzter wille: idylle” 2016
Mischtechnik auf Leinwand,  180 x 130 cm
Kevin A. Rausch erzählt nicht. Er deutet an. Und er wirft knappe atmosphärische Schlag – lichter auf Situationen. Seine zwischen Skepsis und Optimismus angesiedelten Bilder sind
Aus druck eines Welt – und Bewusstseinszustandes. Kevin A. Rauschs Figuren sind sich selbst ein Rätsel. Sie sind auf der Reise und der Suche nach sich selbst.
Insbesondere die in Twilight- Situationen gestellten Motive oder auch die Nachtszenen des Künstlers wirken wie gemalte Psychogramme eines Missverhältnisses in der Beziehung von Mensch und Lebens – milieu. Ein Beispiel ist das 2012 entstandene Bild
„Phönix In The Sky“. Es zeigt einen Menschen, der eine nächtliche Straße entlang geht, einem unbekannten Ort entgegen. Die Straße scheint gefahrvoll und die Gegend ist unheimlich. Der, der da mutig diese nächtlich unheimliche Gegend durchwandert,
trägt einen Kapuzenpulli. Er scheint also jung zu sein. In der Hand trägt er einen Blumenstrauß. Die Straße scheint endlos. Ob er das Ziel jemals erreicht, bleibt offen. Nachtvögel begleiten den einsamen Wanderer. Wie in einem Alptraum stürzen sie auf ihn herab um ihn aggressiv zu attackieren. So wie hier – als bildbestimmende Chiffre und als Symbol – findet sich das Symbol der unsicheren Straße oder des gefahrvollen
Weges oft in Gemälden und Papierarbeiten von Kevin A. Rausch. Die über dieses Motiv vermittelte Realität ist zwar oft radikal, beängstigend und bedrohlich, aber niemals ausweg- los oder ohne Hoffnung.
rausch_snow_b
Kevin A. Rausch “make it snow” 2016
Mischtechnik auf Leinwand,  50 x 70 cm
In den Bildern von Kevin A. Rausch ist die Landschaft oft Metapher für Heimat. Das Bild
„Painter In A Starry Night“ von 2013 nimmt deshalb einen besonderen Stellenwert im Oeuvre des Künstlers ein, weil das Thema „Heimat“ hier paradox umschlägt und zum Topos „Wildnis“ avanciert. Eine Gebirgslandschaft ist dargestellt. Die Elemente sind entfesselt. Kosmos und Welt scheinen in Aufruhr. Perspektiven sind verunklärt. Wolken ballen sich am Himmel. Blitze zucken durch die Nacht, eine apokalyptische Chaosszenerie tut sich auf. Der wilde Pinselduktus und die abrupten Rakelspuren, unterstreichen den aggressiv – bewegten Charakter der Komposition.
Mit raffinierten Anspielungen an die alten Meister der Kunst interpretiert
Kevin A. Rausch das Thema der „Wildnis“ völlig neu. Das Thema der Wildnis steht bei Kevin A. Rausch als Synonym und Inbegriff für die Unbeständigkeit heutiger Existenz.
Wie vorihm Hieronymus Bosch, Goya, El Greco, Max Ernst, Ludwig Meidner oder Oskar Kokoschka bis hin zu heutigen Künstlern, beispielsweise Neo Rauch, haben sich Kunstschaffende zumeist in von Krisen und gesellschaftlichen Verwerfungen geschüttelten Epochen auf das Thema der Wildnis bezogen. Auch ihnen galt die Wildnis als eine Metapher für die Unsicherheit und Gefährdung des Menschen in Konflikt – und Krisenzeiten.

rausch_shy_scarlet_b.jpg

Kevin A. Rausch “shy scarlet” 2014
Mischtechnik auf Leinwand,  70 x 80 cm
Die friedliche Idylle und die arkadisch – glückversprechende Natur zitiert Kevin A. Rausch in seinem Oeuvre ebenfalls. Und zwar oft in Bildern mit hellen, offenen und weiten
Land- schaften mit traumverlorenen Situationen, wie beispielsweise „Easy Love“
von 2012. In ihnen ist die Landschaft unberührt. Hier wird sie zur Traumlandschaft und zum Zufluchts ort von Frieden, Glück und Liebe. Doch der Topos der Idylle oder der Natur wird immer wieder radikal vom Künstler verworfen, um sich sogleich wieder davon zu distanzieren und das arkadische Landschaftsbild als Fiktion und Klischee zu demaskieren.
Mit dem klassischen Landschaftsbild haben die Werke von Kevin A. Rausch nichts zu tun.
Vom ursprünglichen Naturzustand der Welt oder der Vorstellung einer Welt, die göttlich geordnet war, wie noch von den Malern der Romantik propagandiert, ist bei ihm keine Spur. In den Bildern von Rausch ist die Welt ohne Überbau. Sie ist ein brisanter, undurchschau – barer Ort, eine Wildnis, in der sich der Einzelne durchschlagen und seinen Pfad suchen muss. Erschütterungen und tiefe Beunruhigungen dominieren die gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Kunst von Kevin A. Rausch ist hochaktuell. Eine Grundstimmung ist in seine Bilder einge- flossen. Das Gefühl, den Verhältnissen ausgeliefert zu sein, ist in diese Bilder eingegangen.
André Lindhorst, Berlin 2015
Assistenz, Co – Kurator by KÖPPE CONTEMPORAR

phoca_thumb_l_rausch_portrait.jpg

Kevin A. Rausch
13.6.1980 geboren in Wolfsberg, Kärnten
2002 – 2006 Studium an der Wiener Kunstschule
2005 Artist in Residence, The Townhouse Gallery, Kairo
2006 Nominierung „Georg Eisler Preis“, BA-CA Kunstforum
2007 Artist in Residence, Kunstraum-St.Virgil, Salzburg
2009 u. 2011 Nominierung „Walter Koschatzky Kunstpreis“,
Museumsquartier Wien
lebt und arbeitet in Wien

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s