LOFT 8

LoftAcht-1

LOFT 8 – GALERIE IN DER BROTFABRIK
Nature
Fabian Patzak/ Wien – Frank Webster/ New York
Eröffnung / Opening:
Donnerstag, 7. Mai 2015 | 19 -21 Uhr
Thursday, May 7, 2015 | 7pm
Ausstellung / Exhibition: May 7 – June 21, 2015
Absberggasse 29, 1100 Wien, Österreich
Objekt 1/ Top 3, 1. Stock (Lift)
http://www.loft8.at/
https://www.facebook.com/events/743794669052867/

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L. Fabian Patzak/ Wien
Offices on Sunset, 2014 | Oil on canvas | 135x170cm
R. Frank Webster/ New York
Prospect Park Lake 2015 Acrylic on canvas 65 x 60cm

Bildschirmfoto 2015-03-24 um 17.11.01

Fabian Patzak und Frank Webster nähern sich dem jeweiligen urbanen Umfeld auf sehr ähnliche, aber doch völlig eigenständige Weise. Bei Patzak sind es streng komponierte und eher im gedeckten Farbbereich verbleibende Ölbilder, die stets wie eine aufgeräumte, auf das Wesentliche reduzierte Version des gezeigten Bauwerks wirken. Bei seinem New Yorker Kollegen Webster hingegen sieht man oft leuchtendes Abend- oder Morgenrot mit scherenschnittartig gemalten Baumkronen und Gebäudeschatten als Hauptmotive. Die für diese Schau entstandenen Bilder ermöglichen dem Besucher die bisher unbekannte Schönheit modernistischer Bauten in Europa oder scheinbar verlassener Orte in New York zu entdecken. Sowohl Webster als auch Patzak lassen sich auf der Suche nach ihren Motiven durch die Stadt treiben und erkunden mit Vorliebe die urbanen Randzonen. Nicht zuletzt ist in beiden Oeuvres eine anfänglich vielleicht etwas verborgene, aber umso wirksamere gesellschaftskritische Tendenz zu verzeichnen. Urbanismus wird hier mit den Mitteln der Malerei auf eine völlig neue Ebene gehoben, können diese Bilder doch auch als Abgesang auf eine womöglich bald verschwundene Facette unseres modernen Habitats Großstadt gesehen werden.

Wolfgang Pichler

Bildschirmfoto 2015-03-24 um 15.31.07

Frank Webster Kings Plaza 2015 acrylic on canvas 65″ x 60″

Frank Webster
born 1966 in Fort Wayne, IN
lives and Works in Brooklyn, NY

Frank Webster/ New York
Frank Webster is a painter who lives in Brooklyn, NY. Webster received his BFA from the School of the Art Institute of Chicago and his MFA from the Mason Gross School of the Arts, Rutgers University. He also attended the Skowhegan School of Painting and Sculpture. Webster is the recipient of numerous awards including the Pollock Krasner and the Golden Foundation Individual Artist Award. He has shown in solo and group exhibitions in New York at Blackston Gallery, Storefront Bushwick, Sara Meltzer Gallery and White Columns, among others. He has been awarded residencies at The Marie Walsh Sharpe Space Program, PS 122, Virginia Commonwealth University, The Ucross Foundation, The Corporation of Yaddo, The Ragdale Foundation and The MacDowell Colony.

Wednesday Portraits - Frank Webster

Frank Webster’s paintings typically depict post-industrial landscapes drawing on the aesthetic traditions of minimalism and realism. Grounded in reality, the paintings nonetheless abstract the ordinary: the everyday world is made transcendent and strange — and is imbued with an ethereal and melancholy beauty. The sharp juxtaposition of technology and romanticism are evocative of the moment — and environment — in which we find ourselves presently. His work contemplates the paradox of this co-existence.

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Apartment Building, Tokyo 2013 acrylic on canvas 60″ x 44″

FabianPatzak_Foto©Eva_Engelbert

Fabian Patzak
born 1983 in Vienna, Austria
lives and Works in Vienna, Austria

Fabian Patzak/ Wien
Fabian Patzaks Arbeiten wurden international ausgestellt und sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Patzak diplomierte unter Muntean/Rosenblum an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, ihm wurden Atelieraufenthalte in Santiago de Chile und New York City zuerkannt. Anlässlich seiner Einzelausstellung „Someplace Next Year“ beschrieb Wolfgang Pichler Patzak als „einen der herausragendsten Vertreter einer jungen MalerInnen-Generation die ein verstärktes Interesse am Raum und im Speziellen Bildräumen zeigt.“
Fabian Patzak lebt und arbeitet in Wien.

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“Windows on Argentinierstrasse, 2012 | Oil on wood | 170x200cm”

Gefühlte Architektur – Wolfgang Pichler

Fabian Patzak und Frank Webster nähern sich dem jeweiligen urbanen Umfeld auf sehr ähnliche, aber doch völlig eigenständige Weise. Bei Patzak sind es streng komponierte und eher im gedeckten Farbbereich verbleibende Ölbilder, die stets wie eine aufgeräumte, auf das Wesentliche reduzierte Version des gezeigten Bauwerks wirken. Bei seinem New Yorker Kollegen hingegen sieht man oft leuchtendes Abend- oder Morgenrot mit scherenschnittartig gemalten Baumkronen und Gebäudeschatten als Hauptmotive.

Die für diese Schau entstandenen Bilder ermöglichen dem Betrachter oder der Betrachterin die bisher unbekannte Schönheit modernistischer Bauten in Europa oder scheinbar verlassener Orte in New York zu entdecken. Dass gerade der in New York lebende Webster fast romantische, oft schon an Caspar David Friedrich erinnernde Stimmungen in Brooklyn und Queens findet und malt, während Fabian Patzak Architektur der Nachkriegsmoderne unter anderem in Wien portraitiert, zeigt eindrücklich, wie sehr Klischees der jeweiligen Stadt unsere Wahrnehmung trüben. Frank Webster lebt seit 20 Jahren in Brooklyn und hat die Transformation seines Viertels von einem gefürchteten, von Banden dominierten Ort hin zu einer der teuersten und hippsten Stadtteile New Yorks nicht nur miterlebt, sondern auch die problematischen Konsequenzen solcher an sich positiven Veränderungen kennen gelernt. Kann es sich doch heute kaum mehr ein Künstler leisten, an diesem traditionellen Ort der Kreativität (von Alex Katz bis Robert Longo lebten hier im 20. Jh. wohl mehr Künstler als irgendwo sonst in NY) zu wohnen und zu arbeiten.

Dass Frank Webster allerdings gerade die vergessenen und nicht mit dem typischen New York in Verbindung zu bringenden Plätze seiner Nachbarschaft (konkret Parks und andere Freiflächen) in leuchtenden Farben malt, tut der Tatsache, dass es sehr intime Portraits eines jeweils konkreten Ortes sind keinen Abbruch, ja verstärkt nur die Wirkung auf den Betrachter oder die Betrachterin. Diese idyllischen Ausblicke in den leuchtend orangen Himmel werden am Rande, wie eine unbewusste Bedrohung, von Baukränen oder anderen „Boten“ der alles konsumierenden, stetig wachsenden Stadt gestört. Hier werden Architektur zur „natürlichen“ Umwelt und die gefundenen Grünflächen zu einer künstlich geschaffenen Ausnahme im Kontinuum der Stadt.

Sowohl Webster als auch Patzak lassen sich auf der Suche nach ihren Motiven durch die Stadt treiben und erkunden mit Vorliebe die urbanen Randzonen. Dass hier Guy Debord und der Situationismus der 1960er Jahre als theoretische Grundlage herangezogen werden können ist zwar beim Erwerb von symbolischem Kapital hilfreich, aber für das Verständnis der Werke nicht relevant. Denn sich ohne Ziel und Zeitrahmen, aber mit umso geschärfteren Sinnen durch sie Stadt oder Landschaft zu bewegen, ist eine der ältesten Kulturtechniken zum Verstehen der uns umgebenden Welt.

Fabian Patzak versteht es wie kein zweiter die oft sehr verborgenen Qualitäten jener Gebäude, welche seine Bilder dominieren, hervorzuheben und diese zu einzigartigen Charakterportraits zu verdichten. In der aktuellen Serie sind dies vermehrt Architekturen der europäischen Nachkriegsmoderne die gemeinhin als „Schandfleck“ im idyllisch-verklärten Wien wahrgenommen werden. Dass diese auf ein Minimum reduzierten Bauwerke nicht nur eine ganz eigene ästhetische Qualität haben, sondern auch in ihrem Wesen besonders demokratisch sind, wird in einem Land, dass sich seit 70 Jahren lieber der Verklärung als der Analyse verschreibt instinktiv als Bedrohung gesehen. So wundert es nicht, dass es einer neuen Generation von Architekturinteressierten bedarf, um diesen Beitrag zum Stadtbild würdigen zu können. Dabei wirken die technisch unglaublich fein gearbeiteten Tafelbilder des 1983 geborenen Künstlers eher wie Portraits und sind denkbar weit von den klassischen Veduten eines Canaletto oder den Stadtansichten Kokoschkas entfernt.

Nicht zuletzt ist in beiden Oeuvres eine anfänglich vielleicht etwas verborgene, aber umso wirksamere gesellschaftskritische Tendenz zu verzeichnen. Urbanismus wird hier mit den Mitteln der Malerei auf eine völlig neue Ebene gehoben, können diese Bilder doch auch als Abgesang auf eine womöglich bald verschwundene Facette unseres modernen Habitats Großstadt gesehen werden.

Sensing Architecture

Fabian Patzak and Frank Webster exhibit related yet distinct approaches to their respective urban environments. Patzak’s tightly composed oil paintings depict organized versions of actual buildings in a rather muted palate that have been reduced to their essence. The subjects of his New York-based colleague, on the other hand, consist of shadows of buildings against gleaming dawn or dusk red skies with painted treetop silhouettes.

The paintings on exhibition here offer viewers entry to the heretofore under acknowledged beauty of European modernist buildings and seemingly abandoned locations in New York. That Webster, who lives in New York, discovers and paints almost romantic scenes from Brooklyn and Queens that are reminiscent of Caspar David Friedrich, while Patzak portrays post-war modernism in – among others – Vienna, impressively demonstrates the extent to which clichés have colored our expectations of specific urban landscapes. Webster, who has lived in Brooklyn for 20 years, has not only experienced the transformation of areas once notorious for gang activity into some of the most expensive and hippest in New York, but has also become acquainted with the less desirable consequences of those seemingly positive developments. Nowadays very few artists can afford to live and work in this traditional hotbed of creativity (from Alex Katz to Robert Longo, more 20th century artists have lived in Brooklyn than in any other of New York’s boroughs).

That Webster paints forgotten places – rather than those parks and open spaces commonly associated with his neighbourhood – in glowing colors, highlights, and indeed heightens the fact that they are intimate portraits of very real places. Construction cranes and other “harbingers” of an all-consuming, ever-expanding city exist within his canvases like unconscious threats on the margins of these idyllic views with glowing orange skies. Within these works architecture becomes a “natural” environment, and the green spaces that Webster discovers become an artificially created exception to the continuum of the city.

Both Patzak and Webster wander their cities on the lookout for motifs and with a penchant for the urban fringe. One could easily cite Guy Debord and 1960s Situationism as a useful theoretical basis for understanding the acquisition of symbolic capital that is evident in each of these oeuvres but, in the context of the artists’ works, this is not necessary; roaming cities and landscapes, senses sharpened and without a schedule or set destination, is one of the oldest methods for coming to understand our surrounding world.

Patzak knows like no other how to emphasize and encapsulate the often latent qualities of the buildings that inhabit his paintings, rendering them character portraits. His overarching motif in this newest series is post-war modernist structures, commonly perceived as “eyesores” in the idyllically transfiguration of the city in the mind of the Viennese. The notions that these reductionist buildings not only possess unique aesthetic qualities but are, at their core, essentially democratic, are seen instinctively as threats in a country that has devoted itself to glorification, rather than analysis, of the past for the last 70 years. It comes then as no surprise that we must rely on a new generation of architecture enthusiasts to honour their contribution to the cityscape. The finely rendered paintings of this 1983 born artist read rather more like portraits than like the classical vedutas of Canaletto or Kokoschka’s city views.

A hidden socio-critical undertone lies within the oeuvres of both artists, and is all the more effective for its subtlety. Urbanism is elevated to an entirely new level through painting, these works can be seen as swan songs for perhaps soon-to-vanish facets of our modern habitat the metropolis.

Wolfgang Pichler

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Schnitzel on Wagramerstrasse, 2011 | Oil on wood | 70x100cm

Esther Attar-Machanek @ LOFT8
Press & PR | Presse & Öffentlichkeitsarbeit
E-mail: attar@loft8.at
http://www.estherartnewsletter.com/

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